Der Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung für Bildende Kunst 2025 geht an Gloria Sogl. Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro sowie eine Einzelausstellung im Weytterturm Straubing. Die Preisverleihung findet am Freitag, 27. Juni statt, gleichzeitig startet die Ausstellung, die dann bis 3. August zu sehen ist.
Gloria Sogl verschmilzt in ihren Arbeiten traditionelles Handwerk mit digitaler Technologie. Ihr bevorzugtes künstlerisches Medium sind Tapisserien, die auf handbetriebenen digitalen und vollautomatischen Jacquard-Webstühlen entstehen. Für ihre Motive überlagert sie gesammeltes Bildmaterial digital zu komplexen visuellen Informationen, die im Webprozess weiter verdichtet werden – teilweise bis zur Unleserlichkeit. Diese Transformation übersetzt menschliche Gesten in codierte Muster und bewahrt dabei Spuren des "Begreifens" an der Schnittstelle von Handwerk und digitaler Produktion.
Als eine der frühesten Formen algorithmischen Denkens ist Weben tief in der Kulturgeschichte verankert. Sogl erforscht, wie diese Praxis Sinnlichkeit, Wahrnehmung, Intuition und taktile Wissensformen im digitalen Kontext ausdrücken kann. Sie hinterfragt westliche Konzepte, die digitale Informationen als abstrakt und losgelöst von physischer Präsenz betrachten – obwohl Algorithmen aus materiellen Praktiken entstehen. Durch die Transformation digitaler Entwürfe in die physisch-taktile Realität von gewebten Textilien überbrückt sie diese Gegensätze, lotet den Raum zwischen 0 und 1 aus und untersucht, wie verkörperte Praktiken neue Interaktions- und Seinsformen ermöglichen können. (Dr. Marion Bornscheuer, Museum Moderner Kunst Wörlen, Passau)
Vita:
| 1994 | in München geboren, aufgewachsen in Wegscheid | ![]() |
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| 2016-22 |
Studium Kunsterziehung, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg;
1. Staatsexamen Lehramt für Kunst an Gymnasien
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| 2020-25 | Studium Bildhauerei, Keramik und Glas, Akademie der Bildenden Künste München | |||
| 2022 | Meisterschülerin bei Prof. Michael Hakimi, AdBK Nürnberg | |||
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Stipendium "Junge Kunst und neue Wege", Freistaat Bayern
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| Preisträger "Junge Kunst 2022", Sparkasse Passau | ||||
| 2022-24 | Studium der "DAI Art Praxis", Dutch Art Institute Roaming Academy; Masterarbeit | |||
| 2023 | Kulturpreis, Nachwuchsförderpreis des Landkreises Passau | |||
| 2023-24 | DAAD-Stipendium Aufbaustudium Bildende Kunst/Design/Film | |||
| 2024 | Ós Residency, Isländisches Textilzentrum | |||
| Debütant-Förderprogramm, BBK Bayern | ||||
| Preis des Akademievereins zur Jahresausstellung | ||||
| Projektförderung "Verbindungslinien 2024", Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst | ||||
| 2025 | Diplom "Freie Kunst", AdBK München | |||
| seit 2025 | freiberufliche Künstlerin und Kunstvermittlerin | (c) GOETTL.GOETTL | ||
| lebt und arbeitet in München und Nürnberg | Foto zum Download | |||
Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl):
| 2025 | "Gloria Sogl", Museum Moderner Kunst Wörlen, Passau (ab 10.05.) | |
| "Anatomie der Oberfläche" (mit Karl Schleinkofer, Hans Fischer und Nevin Aladag), Burg Ranfels | ||
| 2024 | Performance "Tactile Kinship", AEROPONIC ACTS 2024, Centrale Fies (Italien) | |
| "Politics of Display", Vitsoe München | ||
| "Spin a tale, Anna", Stadtmuseum Deggendorf | ||
| 2023 | "Himmel und Hölle", Modulgalerie Nürnberg | |
| "Mit jedem Faden, den sie webt", Landkreisgalerie Passau | ||
| 2022 | "StArt Gloria Sogl: Prototyp_malerisch", Museum Moderner Kunst Wörlen, Passau | |
| Ansbach Contemporary, 4. Biennale für zeitgenössische Kunst | ||
| 2021 | "Lupe, Air Pods, Dr. Bibber", Edel Extra Nürnberg | |
| 2020 | "Auf nach Zimmer Zero", Hinterconti Hamburg | |
| "Morphose" (mit Rebeka Schiessl), Merdinger Kunstforum | ||
| 2019 | Performance "Rolling Tones" mit Raphaela Vogel, Haus der Kunst München | |
| 2018 | "Open Studios", Bauhaus Dessau | |
| 2017 | "Gruft", Städtische Galerie Schwabach | |
Sehen Sie hier eine Auswahl der Arbeiten von Gloria Sogl aus der Textilen Installation "Digital Tenderness", 2024-2025:
(Fotos: Michael Mönnich)








